Wenn der Dorfplatz bebt: 66 Jahre Spielmannszug Höringhausen

Der Spielmannszug Höringhausen feierte sein 66-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Fest und benachbarten Musikzügen. Emotionaler Höhepunkt: Alle Musiker stimmen gemeinsam „Preußens Gloria“ an.

 

Die Musiker des Höringhäuser Spielmannszuges freuen sich über ihr erfolgreiches Fest zur 66-Jahr-Feier. © Foto: Tanja Flörsch

 

Ein ganzes Dorf im Takt der Musik: Vom 5. bis 7. Juni feierte der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Höringhausen sein 66-jähriges Bestehen mit einem rauschenden Festwochenende auf dem örtlichen Dorfplatz. Die dreitägige Feier vereinte Generationen, lockte Gäste aus nah und fern an und verwandelte den Ort bei bestem Sommerwetter in ein klingendes Festareal.

 

Mit Sang und Klang durch den Ort: Die Musikerinnen und Musiker zogen bei bestem Sommerwetter aus drei Richtungen durch die Straßen Höringhausens. © Tanja Flörsch

 

Das Festwochenende startete bereits am Freitagabend sehr harmonisch mit einer offenen Probe und einem anschließenden geselligen Beisammensein. Der Samstag stand ganz im Zeichen des großen Sternmarsches. Bereits weit vor dem offiziellen Beginn um 13 Uhr füllte sich der Dorfplatz mit zahlreichen Musikerinnen, Musikern und Gästen.

 

Unter den Ehrengästen befand sich auch der hessische Kultusminister Armin Schwarz. Der Vereinsvorsitzende Ulrich Berges hieß den Minister in seiner Begrüßungsrede besonders herzlich willkommen. Er hob hervor, dass Schwarz als Arolser Musiker und Sänger die Leidenschaft zur Musik teile und sich auch beruflich stark dafür einsetze, Kindern in Schulen das Erlernen von Instrumenten zu ermöglichen.

Kultusminister Schwarz fand in seinem Grußwort lobende Worte für den Jubilar: „66 Jahre Spielmannszug Höringhausen bedeuten 66 Jahre Tradition von Generationen, die verstanden haben, was Musik bedeutet. Musik verbindet und schafft Gemeinschaft.“

Besonders beeindruckt zeigte sich der Minister von der nachhaltigen Nachwuchsförderung des Musikvereins im Ort. Es sei bemerkenswert, wie es den erfahrenen Musikern immer wieder gelinge, junge Menschen zu motivieren. Als Zeichen seiner Wertschätzung überreichte Armin Schwarz ein traditionelles „Waldecker Flachgeschenk“.

Im Anschluss formierten sich die sieben beteiligten Formationen für den großen Sternmarsch. Neben den Gastgebern wirkten der Musikverein Rhena, der Fanfarenzug Mengeringhausen, der Spielmanns- und Musikzug Adorf, der Spielmannszug Mühlhausen, der Spielmannszug Wolfhagen sowie der Spielmannszug Wrexen mit.

In drei verschiedenen Richtungen zogen die Züge musizierend durch die Straßen Höringhausens. Am örtlichen Denkmal trafen alle Gruppen aufeinander. Nach einer kurzen Verschnaufpause vereinten sich die Musiker zu einem einzigen, monumentalen Musikzug und marschierten gemeinsam zurück zum Dorfplatz.

 

Viele Musikzüge aus den Nachbarorten beteiligten sich am Sternmarsch. © Tanja Flörsch

Dort folgte der emotionale Höhepunkt des Tages: Als alle Musiker gemeinsam die Traditionsstücke „Preußens Gloria“ und „Mit Sang und Klang“ anstimmten, bebte der Platz. Ein echter Gänsehautmoment, der das Publikum sichtlich begeisterte und mit rasantem Applaus belohnt wurde.

 

Originelle Geschenke für die Gastvereine

Stabführer Lothar Krause bedankte sich im Anschluss bei den Gastvereinen mit einer originellen Idee. Er überreichte personalisierte, gravierte Biermeter und verkündete schmunzelnd: „Das ist ein magischer Biermeter. Wenn ihr diesen heute und hier auffüllt, kostet es euch nur 10 Euro.“

Das Angebot ließen sich die Vereine nicht zweimal sagen. Bei Spezialitäten vom Grill, kühlen Getränken sowie einer großen Kaffee- und Kuchenauswahl ging der Nachmittag in ein gemütliches Beisammensein über. Ab 20 Uhr übernahm die Band „No Limit“ die Bühne und sorgte mit Live-Musik für ausgelassene Partystimmung bis tief in die Nacht. (Tanja Flörsch)

Der Sonntag begann um 10 Uhr etwas ruhiger, aber nicht minder feierlich mit einem Festgottesdienst, den Pfarrer Jörg Wagner gestaltete. Ab 11 Uhr zog der Spielmannszug Höringhausen beim großen Benefizkonzert noch einmal alle Register seines Könnens. Das abwechslungsreiche Programm bot beste Unterhaltung für die treuen Festbesucher. Der Erlös dieser Abschlussveranstaltung kommt der wichtigen Jugendarbeit der Feuerwehr Waldeck zugute.

Rückblick auf 66 Jahre Spielmannszug in Höringhausen

Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Höringhausen lädt Anfang Juni zum Jubiläumswochenende ein. Zum Auftakt können Interessierte bei einer offenen Musikprobe selbst mitspielen.

Höringhausen – Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr aus Höringhausen feiert von Freitag, 5., bis Sonntag, 7. Juni, sein 66-jähriges Bestehen. Hervorgegangen aus der Kirmes im Jahr 1959, legten zwölf engagierte junge Männer am 17. November 1959 den Grundstein für den bis heute bestehenden Spielmannszug.

Das Jubiläumswochenende steht ganz im Zeichen von Musik, Tradition und Gemeinschaft. Mit einem Festprogramm, musikalischen Darbietungen und Gästen aus Nah und Fern. Alle Veranstaltungen finden auf dem Dorfplatz in Höringhausen statt.

Los geht es am Freitag, 5. Juni, um 19 Uhr mit dem Fassanstich und einer offenen Musikprobe zum Mitmachen für alle Interessierten. Der traditionelle Sternmarsch mit weiteren regionalen Spielmanns- und Musikzügen findet am Samstag um 13 Uhr statt. Abends um 20 Uhr spielt die Band No Limit. Der Sonntag beginnt mit einem Gottesdienst um 10 Uhr. Im Anschluss, gegen 11 Uhr, findet ein Benefizkonzert des Sachsenhäuser Musikzuges statt.

Zur Jahrtausendwende: Die Mitglieder des Spielmannszugs Höringhausen. © Repro: Pr

Bereits im Frühjahr 1960 begann der musikalische Aufbau – mit ersten Proben, selbst finanzierten Instrumenten und großem Engagement. Das erste öffentliche Konzert fand am Vorabend des Maifeiertages, am 30. April 1960, statt. Es war ein voller Erfolg für das junge Ensemble.

Am 14. Mai 1960 trat der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr bei und wurde damit Teil der örtlichen Gemeinschaft und Tradition. Im selben Jahr nahmen die Musiker an einem Wettbewerb in Korbach teil, bei dem sie den fünften Platz belegten.

Ganz gleich, ob bei Festen, Umzügen, Jubiläen oder Feuerwehrveranstaltungen: Seit über sechs Jahrzehnten prägt nun schon der Spielmannszug das kulturelle Leben in Höringhausen und ist ein fester Bestandteil des Dorfes. Von den ersten Übungsstunden in abgelegenen Gaststätten Anfang der 60er Jahre bis zu modernen Probenräumen und eigener Nachwuchsausbildung hat sich der Spielmannszug bis heute stetig weiterentwickelt.

Auch eine enge musikalische Zusammenarbeit mit dem Spielmannszug Bad Arolsen und dem Spielmannszug Korbach stärke seit Jahren die Auftritte und das Repertoire der HöringhäuserMusiker. Durch die Spielgemeinschaft können auch größere Festzüge und Konzerte mit vereinten Kräften eindrucksvoll gestaltet werden. Aus der Zusammenarbeit seien über die Jahre enge kameradschaftliche Verbindungen und ein eingespieltes Zusammenspiel entstanden.

Die Mitglieder des Spielmannszuges Höringhausen im Jahr 2010. © Repro: Pr

Der Spielmannszug profitiere zunehmend von zusätzlichen Spielleuten aus umliegenden Orten wie Meineringhausen, Oelshausen (Zierenberg) und weiteren Nachbarorten. Die Öffnung für Musikerinnen und Musiker aus dem Umland sichere laut dem Verein langfristig die Spielfähigkeit und stärke die musikalische Qualität. Die Kooperation zeige beispielhaft, wie durch Zusammenhalt über Ortsgrenzen hinweg die Tradition der Feuerwehrmusik erfolgreich weitergeführt werde. (red)

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